Aktivitäten und Notizen aus der Staffel 2006

Alte Aktivitäten und Notizen:

2000 - 2001 - 2002 - 2003 - 2004 - 2005



12.12.2006 Neue Prüferin für das Rettungshundewesen




Wir freuen uns sehr Frau Sabine Simon zu ihrer Ernennung zur Prüferin für das Rettungshundewesen gratulieren zu können. Damit stellt die Rettungshundestaffel des BRK Würzburg einen der vier bayerischen Prüfer, die zusammen mit ihren Kameraden aus den anderen Landesverbänden des Deutschen Roten Kreuzes bundesweit Rettungshundeprüfungen abnehmen.



11.11.2006 Abseilübung mit der Freiwilligen Feuerwehr Höchberg


HÖCHBERG (JUS)

Den Boden unter ihren Füßen verloren haben zwei- und vierbeinige Retter der BRK-Rettungshundestaffel bei einer von der Feuerwehr Höchberg ausgerichteten Übung an der 30-Meter-Drehleiter. "Bei einem Einsatz an zerstörten Gebäuden kann es vorkommen, dass der Zugang in das Gebäudeinnere nur noch durch Abseilen an einer Drehleiter bzw. aus einem Hubschrauber möglich ist", erläutert Staffelleiter Olaf Feige das Ziel des Höhentrainings in der Marktgemeinde.

Um diesen Ernstfall zu trainieren, müssen Hund und Mensch mit Abseilgeschirr und Drehleiterkorb vertraut sein, vor allem aber dürfen sie keine Höhenangst haben. Vorweg wurden die BRK-Einsatzkräfte von den Kameraden der Feuerwehr fachmännisch mit der Technik vertraut gemacht. Im Drehleiterkorb fuhren Hund und Hundeführer auf eine Höhe von 25 Meter, "da mussten wir uns nicht nur an die Höhe, sondern auch an das Wackeln der Leiter gewöhnen", so Feige. Als nächstes wurden die Hundeführer zusammen mit ihren Hunden im Abseilgeschirr an den Drehleiterkorb gehängt und auf eine Höhe von zehn Metern nach oben gezogen. Olaf Feige möchte das gemeinsame Training von Feuerwehr und Rettungshundestaffel regelmäßig durchführen." Das garantiert im Ernstfall eine reibungslose Zusammenarbeit."





04.10.2006 "Damit wir helfen können, brauchen wir Hilfe" - die neue Spendenhotline des BRK Würzburg




Wer die Arbeit des Würzburger BRK unterstützen will, kann ab sofort vom heimischen Telefon aus seine Spende in die Sammelbüchse des Kreisverbandes werfen. Walter Stoy, Vorsitzender des BRK Kreisverbandes, hat die lokale Spendenhotline vorgestellt und in Betrieb genommen.

Rund um den Globus leistet das Rote Kreuz Hilfe. Im Verbund mit anderen Organisationen werden bei Katastrophen oft eigene Spendentelefone eingerichtet, über die Anrufer sich informieren und ihre Spende in Auftrag geben können. "Wir möchten mit der eigenen Hotline Bürgern von Stadt und Landkreis die Möglichkeit bieten, auch gezielt lokal zu helfen", erläutert Stoy das neue Konzept.

Wie BRK-Kreisbereitschaftsleiter Paul Justice ausführt, leistet das Rote Kreuz Würzburg in vielen Bereichen Hilfe, "wo es andere nicht können und die Finanzierung durch öffentliche Kassen nur teilweise sichergestellt ist oder gänzlich fehlt". Aktuelles Beispiel sei das Explosionsunglück von Lehrberg, bei dem zwei ehrenamtliche Rettungshundeteams aus dem Kreisverband vor Ort gewesen sind. Über 16 Stunden seien die Kameraden im Einsatz gewesen. "Für die Ausrüstung, Ausbildung sowie unser Einsatzfahrzeug der Rettungshundestaffel sind wir allein auf Spenden angewiesen".

Das Rote Kreuz hofft mit der neuen Spendenhotline gezielt Hilfe von Bürgern zu bekommen. "Damit wir helfen können, brauchen wir Hilfe", bringt Justice das Problem auf den Punkt. Auf Spenden angewiesen seien auch die 10 Bereitschaften in Stadt und Landkreis, die in Würzburg und Landkreisgemeinden lebensrettende Helfer-vor-Ort und Sanitätsdienste sicherstellen. Die Wasserwacht sei zur Beschaffung von Einsatzgerät genauso auf finanzielle Hilfe angewiesen, wie die Kinder- und Jugendgruppen des Jugendrotkreuzes. Beim Sozialpsychiatrischen Dienst des BRK übernehme der Staat zwar den Großteil der Kosten, 15% müsse der Wohlfahrtsverband dennoch über Spenden abdecken.

Wer die Arbeit des Kreisverbandes Würzburg unterstützen möchte, braucht nur über das Festnetz die neue Spendenhotline anzurufen. Pro Anruf werden EUR 5 bei der folgenden Gebührenabrechung als Spende abgebucht.



22.09.2006 Gasexplosion bei Ansbach


BRK Rettungshund bei der Arbeit in Lehrberg


Am Freitagmorgen, den 22.09.2006 um ca. 08.00 Uhr kam es beim Befüllen einer Gastankanlage in einer Bäckerei in der Innenstadt von Lehrberg, Landkreis Ansbach, zu einer schweren Gasexplosion. Nach ersten Meldungen wurden noch 12 Personen in den Trümmern vermisst. Das Gebäude wurde komplett zerstört und auch das Nebengebäude, in dem sich die Backstube befand, war durch die Wucht der Detonation völlig eingestürzt. Mindestens drei Nachbargebäude wurden zum Teil erheblich beschädigt.

Um 08.22 Uhr ging die Alarmierung beim Fachdienstleiter der RHS BRK Würzburg ein. Insgesamt waren vom BRK sechs RH-Teams aus den Kreisverbänden Ansbach, Kitzingen und Würzburg im Einsatz. Die zwei Würzburger RH-Teams, Peter Hentschel mit seiner Labradorhündin Cara-Mia und Olaf Feige mit seinen Mischlingsrüden Lenny, erreichten gegen 10.00 Uhr die Schadensstelle.

Dort waren bereits die Kameraden aus Ansbach, Armin Dlugosch als Einsatzleiter Rettungshunde mit seiner Bordercolliehündin Fly, Teamkollegin Ines Dlugosch-Ruckh mit ihrer Schäferhündin Franka und aus Kitzingen Siggi Höfer mit ihrem Riesenschnauzer Aron. Sie hatten bereits mit der Suche nach Verschütteten begonnen.

Insgesamt 16 Menschen mit zum Teil schweren Verletzungen waren in die umliegenden Krankenhäuser gebracht worden. Zwei Personen davon befanden sich in akuter Lebensgefahr. Eine Person konnte nur noch tot geborgen werden.

Nach weiteren Ermittlungen der Polizei stand fest, dass sich noch mindesten vier Menschen in dem Gebäude befinden müssten.

Fieberhaft versuchten die Feuerwehrmänner Zugänge in das völlig zerstörte Gebäude zu schaffen, um auf eventuelle Hohlräume zu stoßen, damit unsere Hunde die Möglichkeit hatten, in das Haus zu gelangen, um dort die Witterung von verschütteten Personen aufzunehmen. Man versuchte mit Hilfe zweier riesiger Autokräne den schwer beschädigten Dachstuhl abzuheben. Immer wieder gingen die Rettungshundeführer mit ihren Hunden über das nur schwer begehbare Gelände, um nach den noch vermissten Personen zu suchen.

Eine noch größere Gefahr stellte der Leck geschlagene Lastkraftwagen dar, der in seinem Gastankaufbau noch ca. 4000 Liter Flüssiggas geladen hatte. Es kam immer wieder zu einem unkontrollierten Gasaustritt. Deshalb mussten die Rettungsarbeiten mehrmals unterbrochen werden. Nachdem es gelungen war, den Dachstuhl und den dahinter stehenden Giebel zu entfernen, kamen immer wieder Hohlräume zum Vorschein, die teilweise recht tief in das Gebäude reichten. Aber auch dort konnten unsere Hunde keine Anzeichen von Verschütteten anzeigen. Und so trugen die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen, die jetzt auch tatkräftig vom THW unterstützt wurden, unermüdlich weiter die Trümmer der Bäckerei ab.

Auch wir bekamen die Unterstützung vom THW Sulzbach-Rosenheim in Form ihres Ortungszugs mit Suchhunden.

Zwischen 12:00 - 14:00 Uhr wurden dann im hinteren Teil des Gebäudes, in dem sich die Bachstube befand, zwei weitere Leichen geborgen. Dort hatte man sich bis in den Keller vorgearbeitet.
Im vorderen Teil des Hauses, in dem sich auch der Verkaufsraum der Bäckerei befand, hatte man zu dieser Zeit vorsichtig, teils mit bloßen Händen, das Obergeschoss abgetragen.
Am späten Nachmittag wurde die Zwischendecke, die aus einer Balkenkonstruktion mit Lehm bestand, wie man es von typischen Fachwerkhäusern kennt, abgetragen. Durch diese Arbeiten wurde sehr viel feiner Lehmstaub freigesetzt und unsere Hunde brauchten mehr Wasser als noch am Vormittag, um ihre Nasen feucht zu halten.

Bei Einbruch der Dunkelheit hatte man den Teil der Bäckerei, in dem sich das Cafe befand freigelegt und hatte dort keine Verschütteten, wie anfangs vermutet, gefunden. Nun wurde bis nach Mitternacht das restliche Gebäude bis in den Keller hinein abgetragen. In den frühen Morgenstunden wurden dort die letzten zwei noch vermissten Personen tot geborgen.
Die Rettungshundeteams hatten optimale Vorraussetzungen für ihre Sucharbeit, da die Bergungsarbeiten immer wieder unterbrochen wurden, die Helfer kurzfristig den Schadensplatz verließen, damit unseren Hunde die Schadensstelle ausschließlich nach der Witterung der verschütteten Personen absuchen konnten.
Gegen 03.00 Uhr wurden die Rettungs- und Bergungsarbeiten eingestellt. Nun begannen die Aufräumungsarbeiten.

Olaf Feige

Staffelleiter RHS BRK Würzburg



1.5.2006 Rettungshunde des BRK Würzburg nahmen an Studie teil

In Wiener Neustadt (Österreich) trafen sich vom 28. April bis zum 1. Mai 2006, auf dem Gelände des ehemaligen Tritolwerkes die Rettungshundeteams-Trümmer des BRK Kitzingen, Ansbach und Würzburg, um an einer Studie des Institutes für Tierschutz, Verhaltenskunde und Tierhygiene München teilzunehmen.
Dazu mussten die Hunde täglich vier Schadensstellen, in denen je eine Person versteckt war, nacheinander absuchen wobei pro Schadensstelle 20 Minuten gearbeitet werden sollte. Beim Aufnehmen der größten Witterung der versteckten Person, löste der Hund durch lautes Bellen aus und signalisierte so dem Hundeführer, dass er gefunden hat. Danach wurde der Hund ausgiebig mit leckeren Wienerle belobigt.
Vor Beginn der Sucharbeit wurde den Hunden Blut abgenommen, ein Herzfrequenzmessgerät wurde an einem Brustgeschirr angebracht, eine Kapsel zum Senden der Körpertemperatur musste geschluckt werden und es wurden zwischen den Suchen immer wieder Speichelproben genommen.
Zwischen den einzelnen Sucharbeiten hatten die Hunde und Hundeführer immer genügend Zeit zur Erholung.
Nach Abschluss der Studie müssen viele, viele hundert Daten von insgesamt 20 Hunden und das Videomaterial, denn es wurde alles aufgezeichnet, ausgewertet werden.
Es sollen dann Aussagen getroffen werden können, wie hoch die Stressbelastung der Hunde im Einsatz sein kann und wie lange die Pausenzeiten sein müssen, um den Hund immer genügend Erholungsphasen zu bieten, damit der Hund nicht überlastet wird und immer mit größter Leistung arbeiten kann.
Die Ergebnisse der Studie werden zum Jahresende hin veröffentlicht.
Es war, bis auf den Dauerregen, ein schönes und interessantes Wochenende, das uns allen sehr viel Spaß gemacht hat.
Wir bedanken uns bei dem Tierärztinnen-Team für die fürsorgliche Betreuung unserer Hunde und wünschen für den weiteren Weg nur das Beste.

Olaf Feige

Staffelleiter RHS BRK Würzburg



Hundeführer Peter Hentschel mit seiner Hündin Cara-Mia beim Anlegen des Herzfrequenzmessgerätes



25.02.06 Würzburger Rettunghunde waren in Aschaffenburg erfolgreich

Obernau (chw)
Obernau bei Aschaffenburg war am vergangenen Wochenende Austragungsort der Rettungshundeprüfung des Bayerischen Roten Kreuzes. Drei Rettungshundeteams aus dem Kreisverband Würzburg traten dort erfolgreich zur Flächensuchprüfung an. Die Prüflinge mußten zuerst einen theoretischen Fragebogen beantworten. Anschließend stand mit dem Hund eine offene Anzeigeübung und ein Gehorsamsprüfung auf dem Programm, bis es dann in das Waldgelände ging, wo die Flächensuche absolviert wurde. Hierbei mußte in 20 Minuten ein 30.000 Quadratmeter großes Areal abgesucht werden, in dem sich bis zu zwei Personen versteckt hatten.
Die Würzburger Rettungshundestaffel ist erneut mit 10 geprüften Flächensuchhunden und 3 Trümmersuchhunden die größte einsatzbereite Hundestaffel in Bayern.

Hier gibt es Bilder.



21.1.06 Einsatzübung in Erlangen-Höchstadt

Heute waren wir von der Rettungshundestaffel des BRK Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt zu einer Einsatzübung eingeladen.
Dies war eine perfekte Gelegenheit einmal wieder das Zusammenspiel von Einsatzleitung, Hundeführern, Hunden und Helfern zu trainieren. Insbesondere die Schulung einiger neuer Mitglieder stand heute im Mittelpunkt. Aber auch unsere Hunde haben ihre Sache sehr gut gemacht und so wurden alle "Vermißten" rasch gefunden.
Zum Abschluß gab es noch eine tolle Brotzeit im gemütlichen Vereinsheim der Gastgeber. Wir möchten uns bei allen Helfern der Höchstädter Kameraden herzlich bedanken, insbesondere bei den Vermißtendarstellern, die bei dem ungemütlichen Januarwetter tapfer im Wald ausgeharrt haben.


Die Einsatzleitung bei der Einteilung der Suchgebiete




2.1.06 Verschüttetensuche in Bad Reichenhall

Das Jahr 2006 begann leider mit einer Katastrophe:

Gegen 16.00 Uhr stürzte das Dach der Eissporthalle in Bad Reichenhall ein und begrub zahlreiche Meinschen unter sich.

Gegen 17.00 Uhr wurden bayernweit die geprüften Rettungshundeteams in den jeweiligen Rettungshundestaffeln für den Trümmereinsatz alarmiert.

Zum Einsatz kamen unter Leitung des Landesfachdienstleiter für die Rettungsarbeit Armin Dlugosch, Ansbach, Mitglieder der Staffeln aus Ansbach, Hof, Kitzingen, Mühldorf und Würzburg. Insgesamt 8 Rettungshundeteams und hierzu 7 HelferInnen und Helfer.

Die unterfränkischen Kräfte aus Kitzingen und Würzburg rückten um 18.00 Uhr mit insgesamt 4 Teams aus und kamen gegen 22.30 Uhr in Bad Reichenhall an. Nach entsprechender Kontaktaufnahme mit der Einsatzleitung vor Ort erfolgte bis gegen 02.30 Uhr der Einsatz im Schadensobjekt. Danach erfolgte in Abstimmung mit der Einsatzleitung eine Reduzierung unserer Kräfte. Bis auf 2 Teams und einen Helfer rückten die Rettungshundestaffeln der Bereitschaften ab. Zwei Teams aus Kitzingen und Würzburg verblieben für evtl. weitere Sucheinsätze bis 07.30 Uhr vor Ort. Gegen 12.30 Uhr kehrten diese ebenfalls wohlbehalten zurück.

Einige der Hunde zogen sich leichte Schnittverletzungen an den Pfoten zu.

Das nachstehende Bild zeigt den Staffelleiter Olaf Feige von der Rettungshundestaffel Würzburg mit seinen Hund Lenny vor dem Einsatzobjekt.



Hier gibt es weitere Bilder.

Weitere Bilder und Einsatzdetails gibt es auf der Homepage des Kreisverbandes Berchtesgadener Land.